Abo-Falle: So schützen Sie sich vor versteckten Kosten

Sie sind in eine Abo-Falle getappt? Keine Panik: In den meisten Fällen können unseriös geschlossene Verträge angefochten werden. Wir zeigen Ihnen, worauf Sie dabei achten müssen.

Was ist eine Abo-Falle?

Nur einmal falsch geklickt und schon flattert Ihnen eine Rechnung ins Haus? Sie können sich aber nicht daran erinnern, einen kostenpflichtigen Vertag abgeschlossen zu haben? Dann sind Sie wahrscheinlich Opfer einer sogenannten Abo-Falle geworden. Hierbei werden Internetnutzern auf Websites oder in Apps kostenlose Dienste oder günstige Probeabos versprochen. Meist entstehen dabei versteckte Kosten.

Jetzt heißt es: Ruhe bewahren und nicht bezahlen! Denn in den meisten Fällen ist die Abmachung nicht rechtens. "Ein wirksamer Vertrag kommt deutschem Gesetz zufolge erst dann zustande, wenn beide Parteien sich über Preis und Inhalt der Leistung einig sind und dem Vertrag mitsamt seinen Konditionen zustimmen. Bei einer Abo-Falle ist diese Voraussetzung in der Regel nicht gegeben, da der User meist nicht über alle Bedingungen ausreichend informiert wurde", erklärt Dr. Andreas Pagiela, Rechtsanwalt aus Berlin.

Prüfen Sie den Vorgang

Wenn Sie eine Rechnung eines unseriösen Abo-Anbieters erhalten, können Sie den Vertrag in der Regel anfechten. Vorher sollten Sie allerdings zwei Dinge prüfen:

  • Hat sich der Anbieter an die Button-Lösung gehalten?
    Im August 2012 wurde die sogenannte Button-Lösung eingeführt. Demnach müssen Anbieter von Abos und anderen kostenpflichtigen Diensten im Internet bei Abschluss der Bestellung klar kenntlich machen, dass diese mit Kosten verbunden sind. "Steht auf dem Button nur 'kaufen' oder 'bestellen', reicht das nicht. Stattdessen muss darauf 'kostenpflichtig bestellen' oder Ähnliches stehen", sagt Pagiela.
  • Hat der Anbieter Sie über alle Konditionen und Ihr Widerrufsrecht informiert?
    Zusätzlich zur Button-Lösung muss der Anbieter den User vor Abschluss der Bestellung über alle Konditionen und über sein Widerrufsrecht informieren.

Sind beide Bedingungen bei Vertragsabschluss nicht eingehalten worden, sollten Sie nicht zahlen! Denn ein wirksamer Vertrag ist somit nie zustande gekommen. "Aber Vorsicht: Haben Sie die erste Rate oder die Zahlung für das erste Jahr schon überwiesen, kann dies als Zustimmung zum Vertrag gesehen werden", erklärt Rechtsexperte Pagiela. "Sie sollten den Vertrag sofort anfechten und nicht der Sicherheit halber erst einmal zahlen."

Es empfiehlt sich in jedem Fall, den Vertrag schriftlich anzufechten. Schicken Sie dem Abo-Anbieter sofort eine E-Mail oder ein Fax. Parallel dazu sollten Sie aber auch einen Brief per Einwurf-Einschreiben versenden, in dem Sie erklären, aus welchem Grund kein Vertrag zustande gekommen ist. Gleichzeitig sollten Sie den Vertrag im selben Schreiben widerrufen.

"Ein kleiner Tipp: Machen Sie am besten einen Screenshot von der Website oder der App und verweisen Sie zum Beispiel darauf, dass der Button nicht klar mit dem Wort 'kostenpflichtig' gekennzeichnet ist. So können Sie mehr Druck auf den Anbieter ausüben", rät Andreas Pagiela.

Wurden die erste Rate oder der Betrag automatisch über die Handyrechnung abgebucht, sollten Sie das Abo oder den Service sofort deaktivieren, die Rechnung schriftlich beanstanden und den gezahlten Betrag zurückfordern. "Das Problem dabei ist allerdings, dass viele Handynutzer gar nicht wissen, mit wem sie einen Vertrag abgeschlossen haben und an wen sie die Kündigung oder den Widerruf schicken sollen", sagt Anwalt Pagiela. "Das liegt daran, dass viele Abo-Dienste nicht namentlich auf der Handyrechnung erscheinen, sondern mit Zahlungsdiensten arbeiten, die den Betrag für sie abbuchen."

Mit einer sogenannten Drittanbietersperre beugen Sie dem Problem vor: Diese technische Lösung beantragen Sie beim Handy-Anbieter. So machen Sie es Drittanbietern unmöglich, fällige Beträge einfach über die Handyrechnung einzuziehen. Auch eine Teilsperrung ist bei vielen Anbietern möglich, so dass Kunden tatsächlich gewünschte Abo-Dienste nach wie vor beziehen und problemlos über die Handyrechnung bezahlen können.

Wer haftet, wenn Kinder ein Abo abschließen?

Schließen Ihre minderjährigen Kinder ohne Ihr Wissen einen Vertrag ab oder buchen sie eine kostenpflichtige App, müssen Sie nicht zahlen. "Kinder zwischen sieben und 17 Jahren sind nur beschränkt geschäftsfähig", sagt Experte Pagiela. "Um einen wirksamen Vertrag zu schließen, benötigen sie die Zustimmung eines Sorgeberechtigten."

Haben Eltern diese Zustimmung vor oder sogar nach Vertragsabschluss nicht gegeben, ist kein Vertrag zustande gekommen. Wie bei der Abo-Falle sollte der Vertrag dann schriftlich angefochten werden.